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PÄDAGOGISCHE HINWEISE


Eine Rubrik für diejenigen, die Aktivitäten mit Kindern oder Jugendlichen (SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, Lehrkräfte, GruppenleiterInnen, Eltern ...) betreuen.



Sollten Sie eine Gruppe auf dem Gebiet der Medienpädagogik betreuen, dann werden Sie hier Überlegungen finden, die keine Anweisungen an ErzieherInnen sein sollen, sondern Ideen und Anregungen bieten…

Unsere zwei Hauptziele sind :
> DAS VERSTÄNDNIS DER DIGITALEN WELT ZU FÖRDERN ;
> DIE NUTZUNGSPRAXIS ZU ERWEITERN.

Die pädagogischen Vorschläge, die Sie hier finden, können Ihnen helfen, verschiedene Arten von Aktivitäten zu finden.
F8 hat die Ermittlung als Werkzeug und pädagogisches Mittel gewählt.

F8 bietet einen Fundus an Online-Ermittlungen an, von dem Kinder und Jugendliche, so wie auch Erwachsene Gebrauch machen können. Zu unserer Zielgruppe gehören Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 25 Jahren.

Zuerst einmal

- Mit wem rede ich?
Statistiken, allgemeine Studien über « die Jugendlichen und Internet » geben uns zwar allgemeine Hinweise, Tendenzen ; aber jede Praxis ist eigenartig, jede Praxis ist auch eine Interaktion mit der Umwelt, mit dem Einfluss von Gruppen ...

- Spitzen wir zuerst die Ohren!
Erfolg benötigt eine vertrauenswürdige Atmosphäre.
Um dem Anderen dabei zu helfen, voranzukommen und zu wachsen, schlägt F8 Ihnen vor, ihm zuerst zuzuhören, seine Praxen zu verstehen zu versuchen, indem man Werturteile streicht.

- Wovon reden wir?
Um Jugendlichen zu begleiten und mit ihnen zu sprechen, ist es besser über ihren Umgang und ihre Besuche zu wissen.

Also schlägt Ihnen F8 vor, selber zu praktizieren, sich einführen zu lassen, zu beobachten und mit Neugier zu experimentieren...

- Machen lassen um zu lernen
Eine gelungene Tätigkeit kann viel mehr als eine grosse Rede überzeugen.
F8 regt eher das Workshop, um die Neugier zu wecken, um zu versuchen, um den Irrtum zu einem neuen Projekt umzugestalten, anstatt zur Demütigung.

- Im Ernst machen
Wie Montaigne und Freinet, die Anhänger von ’Spiel-Arbeit’ waren, schlägt F8 Ihnen vor, konkrete Produktionen zu bevorzugen, um Anderen mitzuteilen, was man gemacht oder entdeckt hat.

Für unser erstes Ziel : die Verständigung der Digitalwelt begünstigen

- Warum?

F8 schlägt Ihnen vor, Ausgangspunkte zu geben, die ersten Fragen einzuführen, Brainstormings einzuleiten und alle möglichen Anlässe auch jenseits der digitalen Welt zu benutzen, um Neugier und Vertehensdurst zu entwickeln.

- Auf der anderen Seite der Mauer zu schauen

F8 meint, dass die Scheinevidenz eine falsche Spur sein kann. Daher ist es wichtig, die Quellen zu vermehren und abzugleichen.

- Einen Werkzeugkasten vorschlagen

’Werkzeuge schärfen ist keine Zeitverschwendung.’ (so lautet ein französisches Sprichwort). F8 schlägt Ihnen vor, eine ganze Palette davon anzubieten, um die Ausdauer zu kräftigen und gegen die Entmutigung anzukämpfen.

- Eine Erforschung, die Anderen nützlich sein können

F8 hat festgestellt, dass die Situation der Mitteilung gewisse pädagogische Vorteile vorweist :
- fürs Mitteilen muss man sich im Klarem mit seinem Thema sein, präzis genug sein (es begünstigt die Verständigung, das Aneignen …) ;
- das Mitteilen kann eine gute Motivierung sein für das Erforschen und Erlernen ;
- das Mitteilen kann eine Aufwertung darstellen und zum Selbstvertrauen aufbauen.

F8 regt Sie dazu an, Situationen anzubringen wo :
- eine Gruppe von Jugendlichen einer anderen Gruppe mitteilen wird (und dann andersrum) ;
- Ältere werden Jüngeren mitteilen (dann umgekehrt) ;
- eine Gruppe wird ihre Ergebnisse öffentlich mitteilen.

Für unser zweites Ziel : zur Erweiterung der Praxen beitragen

- Herr Alleswisser
Die Stellung als ’Besserwisser’ ist eine Falle, wovor wir uns in Acht nehmen sollen.

-  Dialog
F8 bietet Ihnen an, sich der Technick des Gruppengesprächs zu bedienen, um das Wort frei zu machen.

-  Erfahrungenaustausch
Und warum nicht das Diskussionsforum?

- Vorschläge
F8 regt Sie dazu an, Entdeckungen (Webseiten, Apps, Videos, usw.) vorzuschlagen,
zusammen zu erkunden, zu begleiten, das Neugier zu begünstigen ( ganz ’natürlich’, wie es ist, wenn man eine Diskussion unter Freunden führt, wenn man Momente mit Anderen verbringt, die zu Erkundungen, Besuchen usw. führen).

- Rückmeldung von Erfahrungen
F8 ermuntert Sie dazu, Rückmeldungen zu Vorschlägen oder Entdeckungs-experimentierungen zu erregen

EINE GRUPPE BEGLEITEN ; EIN WENIG TRAINING VORERST?

Um besser anzufangen
Für einen Betreuer dem es ums Gelingen geht ist es wichtig, sich zuerst selbst mit Ehrlichkeit und Klarheit Fragen über die eigene Praxis zu stellen.
Dies ist unabdingbar, wenn man Reden oder normativen, belehrenden Erziehungspraxen entkommen will, die oft für Gruppen demotivierend sind.

Vor dem Spiegel
• Welchen Platz besetzen die digitalen Werkzeuge in meinem Leben?
• Was mache damit?
• Was weiss ich darüber?
• Wie bin ich zu diesen Kenntnissen gekommen?
• Welche Fragen beschäftigen mich?
• Welche eigenen Vorstellungen haben ich von der Digitalwelt?
• usw.

Wie sehe ich sie?
• Welche Vorstellungen habe ich über die Beziehungen der Jugendlichen mit der Digitalwelt?
• Wie bin ich zu diesen Vorstellungen gekommen?
• Durch meine Lektüren?
• Dank meiner eigenen Erfahrung?
• Dank meiner berufllichen Erfahrung?
• Vorstellungen oder Vorurteile?

Um zu handeln

Lob der Vielfalt

F8 meint, dass die Arbeit mit der Gruppe eher dazu dient, die Verschiedenheit der Praxen und Verhalten, die Vielfältigkeit der Kompetenzen und der Kenntnisse, die Vielfalt der Fragen von jedem/jeder hervorzubringen.

Vertrauen / Dialog

F8 schlägt vor, das Teilen von einzigartigen Experimentierungen vorzuziehen : « Mein eigenes Web…? » ist erforderlich, damit zwischen den Gruppenmitgliedern und zwischen der Gruppe und deren Betreuer ein Vertrauensklima zu Tage tritt, das frei von Werturteilen ist.

Von der Eigenartigkeit zur Vertrautheit

Die Praxen der Jugendlichen sind eigenartig (s. Portraits). Diese Eigenartigkeit ist das notwendige Material zum Erfolg des Projektes.
F8 lädt dazu ein, immer im Kopf zu behalten, dass die Beziehungen zu den Medien, die sehr individuell geworden sind, zum Teil zur Vertrautheit von jedem gehören.
Man kann also nicht in diese Vertrautheit eindringen (auch nicht aus guten Gründen) und dies ohne Vorsicht. Man könnte auf das Schweigen, das Kommunikationsverweigern, das Auftreten von agressiven Verhalten (eine Art Selbstverteidigung) stossen.

Die Ermittlung als pädagogische Methode

Milieustudie
Im Rahmen von F8 ermitteln gehört zu dem was man im allgemeinen ’Milieustudie’ nennt. Es handelt sich um ein Mittel und eine Erziehungsmethode, die in den handlungsorientierten Erziehungswissenschaften gebraucht werden.
Es ist auch eins der Ziele der Erziehung, das dazu führen sollte, die Umwelt, in der man lebt zu beherrschen in dem man sie kennt. Man muss feststellen, dass für die heutigen Jugendlichen die Digitalumwelt wie die ländliche Umwelt der damaligen Schüler von Célestin Freinet ist, eine Umwelt also, die sie sich aneignen sollen, um darin frei und selbstständig zu leben.

Die Milieustudie beschränkt sich nicht auf eine Bilanz der Realität, sie trägt dazu bei, ihre kritische Haltung zu bilden und einen echten Sinn für die Kritik der Wirklichkeit zu prägen.

Ermittlung
Die Ermittlung ist ein der Hauptwerkzeuge der Milieustudie. Es ist das von F8 vorgeschlagene Mittel um die Digitalumwelt zu erforschen.
Jedoch wird die Praxis davon erst effizient, treffend und imstande zu einer korrekten Wahrnehmung der Wirklichkeit sein, wenn sie ganz rigoros und wissenschaftlich geführt wird.

Versuchspraxis
Die Versuchspraxis, die Célestin Freinet teuer war, besteht darin, dass die Lehre auf der Experimentierung, den Versuchen und den Irrtümern gründet. In diesem Vorgang bildet die Hypothese (implizit oder explizit) allgemein die erste Etappe.

Hypothese

Wie bei der Arbeit der Investigationsjournalisten oder der Polizisten versucht die Ermittlung immer auf eine Frage zu antworten, die mit einer Ursprungshypothese verbunden ist. Diese macht es möglich die ersten Erforschungen des Ermittlers zu orientieren.
Dank den Kontrollversuchen dieser Hypothese tauchen Korrekturen dazu und Pisten zu neuen Erforschungen auf und dies bis zum Erfolg.

Partielle und nicht partiale Wahrheit

Die Ermittlungsarbeit soll nicht zur absoluten Wahrheit (die oft zu komplex ist) führen, sie hilft so weit wie möglich in die Richtung vorzudringen.
Aber die Ermittlung sollte es möglich machen, partialen Wahrheiten zu entkommen, die durch Vorurteile, Ideologien, willkürliche Behauptungen entstehen, usw.

Die Zutaten des Erfolgs

Verfahren

Eine Ermittlung in einer Gruppe auszuführen kann die « Egos » schnell gefährden. Nur ein gemeinsames und von allen angenommenes Arbeitsverfahren kann das Risiko minimieren.

Werkzeugkasten

Für den Erfolg dieser gemeinsamen Arbeit sollte man versuchen, neue Prozeduren (Spiele, Übungen, Aktivitäten, Animationsvorgänge, usw.) zu erfinden, die jedem/jeder dazu bringen sollte sich frei und offen zu äussern, ohne Angst vor Diskriminierung.
Reaktionen an hand von treffenden Fragebögen hervorrufen, die Anwendung von symbolischeren Ausdrucksmitteln ( Bilder, Tonaufnahmen, Video, Rollenspiele, usw.) begünstigen, den Austausch von Wissen oder Erfahrungen, mit Vorsicht ( falsche Experten vermeiden) praktizieren, experimentieren lassen, dies sind mögliche Haltungen.
Die Zeit der Debatte, der Konfrontation wird kommen, wenn alle Bedingungen dazu vorhanden sein werden : Offenheit und Vertrauen.

Beobachtung

Eine genaue Beobachtung des zu erforschenden Phänomens ist unentbehrlich. Sonst kann es vorkommen, dass man an Elementen vorbeigeht, die für die Verständigung und die Lösung der Fragenstellung wichtig sein könnte.
In der Digitalwelt besteht beobachten oft darin, zu versuchen zu identifizieren, was auf dem Schirm, vor dem Schirm und hinter dem Schirm passiert.

Dauer

Wichtig ist, dass der Gruppe klar gemacht wird, dass eine Ermittlung Zeit braucht.
Wenn es dem Betreuer am Herz liegt, dass die Gruppe sich nicht nur Wissen und Kompetenzen aneignet sondern auch ihr Verhalten verändert, dann hat die Dauer ihren ganzen Sinn.

Um weiter zu gehen

Von Ansicht wechseln

Der Betreuer kann dazu die Erforschung von Spuren vorschlagen, die nicht spontan auftauchen können.

Den Künstler entdecken

Wie zum Beispiel dazu anspornen, wie Künstler es tun das Thema zu behandeln.

Werkzeuge erforschen

Der Betreuer sollte auch dazu animieren, nicht nur die vertrauten Werkzeuge zu gebrauchen sondern auch sich zu fragen:
Gibt es andere Werkzeuge als die die ich oft benutze? (Suchmaschinen, Ton- oder Videosoftware, Bloggeneratore, usw.)
Gibt es ein besseres Werkzeug für mich?
Gibt es für unser Thema originelle Initiativen, welche die weniger handelsorientiert, kollaborativer, kreativer sind?

Sie sind Erzieher und betreuen eine Gruppe von Ermittlern ( mit Ihren eigenen Werkzeugen oder mit den F8 Ermittlungen).
Hier finden Sie einige Alternativen, die Sie selber erfinden können.
Vielleicht liegt der Erfolg Ihrer Erzieherarbeit in der Haltung die Sie diesen Alternativen gegenüber annehmen werden.

Welche Haltung für den Betreuer ?

> Ich betreue eine Gruppe in einer Tätigkeit zum Thema Digitalwelt und ich bin ?

- ein Besucher oder Ermittler, der schon Erfahrung mit den digitalen Aktivitäten der F8-Webseite hat
- ein Elternteil und begleite mein Kind oder meine Kinder
- ein Erzieher und betreue eine Gruppe von Jugendlichen im Rahmen von Freizeitaktivitäten
- ein Lehrer und betreue eine oder mehrere Gruppen von Jugendlichen im Unterricht

- Leiten / Begleiten

Eine Frage, ein Ermittlungsthema vorschlagen.Zur Formulierung einer Frage helfen, die der Ermittlung den Ton geben wird.

Den Reiz einer Gruppe für eine Ermittlung ist entscheidend in der Motivierung die sie zu ermitteln haben wird. Jedoch kann dieser Reiz aus einem ’wohl ausgewählten’ suggerierten Thema herauskommen, so wie in der Realisierung einer Ermittlung liegen, deren von der Gruppe ausgewählten Thema vielleicht weniger treffend aber gewünschter ist.

- Die Versuchsmethode anregen

Eine Hypothese vorschlagenJe nach bekommenen Ergebnissen die Infragestellung der Ausgangshypothese anregen.

Auf jeden Fall geht es darum der Gruppe zu ermöglichen, sich die Ermittlung anzueignen, in dem man Fragen stellt, um zu helfen, das Ermittlungsgebiet zu begrenzen. Je begrenzter das Gebiet desto tiefer die Ermittlung. Je mehr wird die Ausgangshypothese gefragt und bearbeitet, desto mehr werden die Ergebnisse reich und unbestreitbar.

- Die Gruppenarbeit organisieren

Jeder sollte die gleiche Stellung und die gleichen Verantwortungen habenJedem seine Kompetenze und Wünsche

Die Organisierung der Arbeitsteilung in der Gruppe kann den Erfolg (oder auch zahlreiche Schwierigkeiten) sichern – die Effizienz der individuellen und kollaborativen Arbeit steht da auf dem Spiel

- Die Ideenkonfrontation ermöglichen

Die Behauptung von Ansichten anregenDie Produktion von dokumentierten und argumentierten Ergebnissen anregen

Um die Konfrontation von fruchtlosen Behauptungen zu vermeiden sollte die notwendige Anregung zur Ansichtenäusserung mit Verpflichtung ( Deonthologie des Ermittlers) verknüpft werden, sich auf nachprüfbaren Quellen zu stützen.

- Zusammen entscheiden

zu einem unumstrittenen Ergebnis tendierenzu einem Ergebnis tendieren, das die Vielfalt der Ansichten in der Gruppe klarstellt.

Wählen bedeutet hier sich damit beschäftigen, wie entschieden wird oder wie die Vielfalt der Ansichten und der Vorgehensweisen berücksichtigt werden.

- Die Ansprüche bestimmen

Dazu einladen, die gute Frage zur Ausgangsfrage findenDie Äusserung von Teilantworten ermöglichen, die dazu führen können, dass die Ermittlung mögliche Verlängerungen haben kann.

Die heftige Suche nach dem Konsens kann zu Verzichten führen, die die Qualität der Ergebnisse schaden können. Damit eine Ermittlung gelingt (provisorisch) sollte man vielleicht mehrere Optionen annehmen, die gleich treffend sind und zwischen denen es zur Zeit schwierig zu wählen ist.

Um die Ermittlung

- Die Ermittlung, eine Versuchsmethode ?

Informationen sammelnExperimentieren

Geht es darum so viel Wissen wie möglich zu einem bestimmten Thema zu erwerben oder geht es darum durch Versuche zu lernen, wie man Investigationsmethoden und -techniken die zum Erkunden der Wirklichkeit notwendig sind zu erwerben ?

- Heisst Ermitteln Fragen stellen ?

Auf eine Frage antwortenEine treffende Antwort formulieren

Eine Gruppe kann sich mit einer Ermittlung beschäftigen, die ihr vorgeschlagen wird oder durch eine Frage dazu eingeladen sein, in welche Themenrichtung sie ermitteln möchte.

- Eine Frage der Perspektive ?

Existierende Ansichten verstehenElemente sammeln um sich eine persönliche Meinung zu bilden

Was das Ermittlungsthema angeht, geht es darum, der Gruppe zu ermöglichen verschiedene vorhandene Ansichtspunkte aufzulisten oder sich selbst dabei eine eigene Bürgermeinung zu bilden ?

- Erforschen oder bewerten ?

Die bekannten Dokumentationsressourcen und die identifizierten Quellen befragenDie bekannten Dokumentationsressourcen befragen, um durch die Konfrontation den Aussagewert der erworbenen Ergebnisse zu bewerten.

Die Suchmaschinen die man im Web findet sind nicht gerade wertfrei ! Geht es (zur Zeit) darum Daten zu sammeln oder deren Stichhaltigkeit zu bewerten ?

- Denken, sich austauschen, schreiben

Sich eine Ansicht bilden an hand des eigenen Denkens und der eigenen WerteDebattieren, sich austauschen, argumentieren, gewichten

Geht es darum, jedem Gruppenmitglied es zu ermöglichen, die erworbenen Informationen seinen eigenen Wertvorstellungen gegenüberstellen ? Oder geht es darum, diese Ressourcen zu gebrauchen, um den Gruppenmitgliedern es möglich zu machen untereinander ihre Wertvorstellungen gegenüberzustellen ?

Als wir uns dieses Ermittlungssystem ausgedacht haben, das wir Ihnen auf dieser Webseite vorschlagen, sind mehrere Fragen aufgetreten ; hier finden Sie welche und die Wahlen, die wir zum Schluss getroffen haben :

- Die Frage mit dem Ton
> Wie redet man die TeilnehmerInnen an ? Unsere Wahl : keinen jugendlichen Ton, keinen dozierenden Ton ; eine gewisse Ernsthaftigkeit, aber keine allzu geprägte ; das Duzen ;

- Die Frage mit dem In-Szene-setzen (der Fiktion)
> Bis wohin gehen ? Soll man zum Spiel tendieren oder nicht ? Soll man eine völlige Fiktion vorschlagen (in dem man die Teilnehmer zum Beispiel dazu ermuntert, sich in einen Journalisten, einen Ermittler, einen Polizisten hineinzuversetzen) ?
Unsere Wahl : nur von Ermittlung reden und es dem Internetsurfer überlassen, sich in die Rolle die er möchte hineinzuversetzen.

- Die Frage mit dem freien Zugang oder der vorherigen Anmeldung
> Soll die Webseite total frei zugänglich sein oder vorschlagen zu einer Ermittlergruppe zu gehören ?
Unsere Wahl : einen ganz freien Zugang lassen, also ganz offen bleiben und dann am Ende der Ermittlung die Möglichkeit anbieten, F8-Mitglied zu werden (um dann Ermittlungsthemen vorzuschlagen, an manchen Online-Ereignissen teilzuhaben, mit anderen TeilnehmerInnen austauschen…).

- Die Frage mit den Verpflichtungen und den Leseebenen
> Mit anderen Worten, soll man den Schritt 1 unbedingt machen, um dann zu Schritt 2 überzugehen ?
Unsere Wahl : jedem Teilnehmer es überlassen vorzugehen, wie er es wünscht. Die senkrechtrollenden Schirme machen alles möglich. Wir haben 5 Herangehensweisen gefunden :

/Stufe 1 / man kann sehr schnell über die gesamte Ermittlung hingleiten, um einige Infos mitzubekommen

/Stufe 2 / man kann sich die Fragen anschauen und sofort zu den Antworten übergehen

/Stufe 3 / man kann die Antworten zu den Fragen erkunden aber ohne Interaktion mit uns

/Stufe 4 / man kann all die Fragen beantworten und uns die Antworten zukommen lassen

/Stufe 5 / man kann sich in den Ermittlungen besonders engagieren und F8-Mitglied werden

- Die Frage mit dem linearen Zusammenhang oder dem baumförmigen Netz
> Sollen die Ermittlungen verschiedene Wege anbieten ?
Unsere Wahl : Unsere Antwort wird nicht gleich sein, wenn es sich um eine Frage des Verstehens oder um Erforschungspisten geht ; im ersten Fall, bevorzugen wir ein lineares Verfahren, das 8 Schirme beinhaltet und im zweiten Fall scheint uns ein Mindmaptool geeignet, das verschieden Wege anbietet.

- Die Frage mit der Informationsfülle
> Mit den Medien und Internet stecken wir eher in einer ungeheueren Fülle von Informationen. Was sollen wir davon sagen, von dem was wir wissen, von dem was wir bei den Ermittlungen entdeckt haben, bevor wir es den Teilnehmern vorschlagen ?
Unsere Wahl : wir sagen nicht alles, was wir wissen, wir sortieren ziemlich viel in den Infos und Referenzen, wir versuchen zum Wesentlichen zu gehen, denn wir denken, dass die Vorgehensweise der Selbstbefragung und der Recherchen für die Teilnehmer am wichtigsten ist.

- Die Frage mit der Haltung der Autoren
> Wie sollen wir uns vorstellen, als Webseitengründer, als Mitglieder des ersten Kreises der F8-Ermittler ? Wie sollen wir die Antworten geben, die wir haben ?
Unsere Wahl : nicht als Lehrer oder Experten aufzutreten, sondern eher als Internetbenutzer die sich Fragen stellen und etwas einen kleinen Schritt voraus sind, da sie die Ermittlung schon hinter sich haben.

- Die Frage mit der Präsentation / Darstellung
> Wie sollen wir die Ermittlungen und die Erforschungsvorschläge darstellen ?
Unsere Wahl : auf Multimedienart ; im Sinn eines Webdoks, in dem wir Videos für die Einleitungen und Antworten gebrauchen ; und dann spielen wir mit verschiedenen Textanzeigemoden (feststehend, sich Schreibmaschinenartig hin und herbewegend …).

Wir haben dieses F8 Projekt im Rahmen unserer Aktionen, die sich mit der Förderung der Medien- und Digitalerziehung für alle beschäftigen, in die Wege geleitet.

Hier sind unsere Hauptrichtlinien.

Welchen Ansatz haben wir gewählt ?

Unser Vorgehen bezeichnet sich durch :

1

  • eine Herangehensweise, die die Vorstellungen, Interpretationen und Meinungen von allen berücksichtigt, damit jeder sich selbst ein eigenes Urteil bilden kann ;
  • eine Herangehensweise, die weder für noch gegen die Medien gerichtet ist, sondern sie als eine Gegebenheit der heutigen Gesellschaft berücksichtigt ;
  • eine Herangehensweise, die sich nicht mit einfachen Werturteilen über die verschieden Medien zufrieden gibt, sondern sich auf eine untersuchende, forschende Auseinandersetzung einlässt, um zu versuchen die Komplexität der Medienwelt zu erfassen ;

2

  • eine Herangehensweise, die die alltäglichen Medien (Fernsehen, Radio, Internet) bevorzugt ;
  • eine Herangehensweise, die sich für die ganze Produktionsvielfalt dieser Medien (Fiktionen, Nachrichten, Unterhaltung, Werbung, Trailer / Vorschau, Reportagen, Blogs... ) interessiert ;
  • eine Herangehensweise, die nicht bei den medial aufsehenerregenden Ereignissen verweilt, sonder eher bei den gewöhnlichen Bildern und Botschaften ;
  • eine Herangehensweise, die es betont, dass die Medien vor allem Weltvorstellungen anbieten, die man analysieren, beleuchten und relativieren soll...

3

  • eine übergreifende Herangehensweise : MEDIAPTE arbeitet mit allen Publiken (Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen …) und in allerlei Sektoren (sowohl im schulischen Bereich so wie bei der Volksbildung) ;
  • eine generationsübergreifende Herangehensweise, die die Beziehungen bezüglich der Bilder und der Medien zwischen Generationen berücksichtigt ;
  • eine soziale Herangehensweise, indem man Aktionen in allen Gesellschaftskreisen entwickelt, ohne die sozialgefährdeten Publiken zu vergessen oder die die oft auf Schwierigkeiten stossen (zum Beispiel : mit den Gefangenen, auf dem Gebiet der Bekämpfung des Analphabethismus oder der Diskriminierungen) ;

4

  • eine Herangehensweise, die die handlungsorientierte Pädagogik bevorzugt, die auf konkrete Tätigkeiten (wie Bildanalyse oder -Bildproduktion), kurze Aktivitäten mit gezieltem Entdeckungs- oder Aneignungsprozessen, Tätigkeiten ohne kostenaufwendige Geräten basiert.

2/ Welche Methode ?

Einige der wesentlichen Merkmale der Medienerziehung, die das Jugendcafe Werries Hamm fördert lassen sich mit folgenden Schlüsselbegriffen charakterisieren :

> hinter dem Bildschirm 
> auf dem Bildschirm 
> vor dem Bildschirm

Die Medien sollen in allen ihren Komponenten erfasst werden :

hinter den Bildschirm schauen
das heißt sich für die Dinge zu interessieren die bei der Produktion von Medien eine Rolle spielen wie z.B., die Kulissen, für die wirtschaftlichen Aspekte, für die Vorschriften, für die Berufe, für die Mediengeschichte…

auf den Bildschirm schauen
das heisst analysieren, sich für Semiologie, für die Technik, die Ästhetik, den Wortschatz, den Sinn interessieren, die Bildschirme lesen zu lernen, den Aufbau von Zeit und Raum erkennen und verstehen zu können
 
vor den Bildschirm schauen
das heißt, zu sehen, was auf der Seite der Zuschauer/Zuhörer/Internetsurfer geschieht, das heißt auch die soziologischen, psychologischen, usw. Aspekte (Gebräuche, Verhalten …) zu berücksichtigen.

> Analyse von Auszügen aus den Medien
> Bild- und Tonproduktion
> Erweiterung auf das künstlerische Schaffen hin

Drei Typen von untrennbaren und komplementären Aktivitäten :
- diejenigen die darin bestehen, das was aus den Medien stammt zu entschlüsseln,
- diejenigen die auf der Herstellung von kurzen Bild- oder Tonsequenzen beruhen,
- diejenigen die sich auf die Entdeckung der Bild-Kunst beziehen,
- Videokunst, wenn man sich mit Fernsehen beschäftigt,
- Erstellung von Tonsequenzen, wenn man sich fürs Radio interessiert,
- digitale Kunst wenn man sich für Internet interessiert.

>mediale Botschaft = Weltdarstellung
> mediale Botschaft = Weltanschauung
> mediale Botschaft = von der Komplexität zur Karikatur oder Stereotyp

Während Analysen- oder Produktionssequenzen sollte bewusst gemacht werden :
- jede mediale Botschaft ist nicht „das Reale“ sondern eine Darstellung der Welt ;
- jede mediale Botschaft ist das Ergebnis der getroffenen Wahlen, derer die sie erschaffen hat (Kameraeinstellung, Schnitt, Wörterwahl …) ;
- die Auffassung davon hängt von dem kulturellen Umfeld der Person die die Botschaft bekommt.

Es geht auch darum einfache Analyse-Instrumente anzubieten, die es jedem möglich machen, die stereotypen Elemente und die Elemente, die die Welt in ihrer Komplexität wiedergeben in den Medialen Botschaften zu erkennen.

Sie möchten uns kontaktieren, Ihre Erfahrung mitteilen …
Zögern Sie nicht !

Sie können das Formular unten nutzen, um uns eine Mail-Adresse, Ihren Namen, Vornamen und Ihre Nachricht zukommen zu lassen:


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